Am 1. Juni 2025 findet der UNESCO-Welterbetag unter dem Motto „Vermitteln, verbinden, begeistern – 20 Jahre UNESCO-Welterbetag“ statt. Auch in diesem Jahr wird der Förderverein Rammelsberger Bergbaumuseum mit einem Infostand auf dem Gelände des Rammelsberger Bergbaumuseums vertreten sein.
Besucherinnen und Besucher haben dort die Gelegenheit, mehr über die Arbeit des Vereins zu erfahren und in die faszinierende Geschichte des Bergbaus einzutauchen. Besonders im Fokus stehen dabei die „Gelben Hefte“ – die Jahresgaben des Vereins an seine Mitglieder. Diese enthalten spannende Einblicke und fundierte Informationen zur Bergbaugeschichte des Harzes.
Der UNESCO-Welterbetag bietet eine gute Gelegenheit, sich vor Ort über das Welterbe Rammelsberg zu informieren und mit den Mitgliedern des Fördervereins ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher!
Von Jörg Kaspert Goslar. Mit 19 Vorträgen und 28 Exkursionen in fünf Tagen wird der 25. Montanhistorische Workshop zum ersten Mal Station am Rammelsberg als Gastgeber der Tagung machen. Seit 1997 bietet das Netzwerk Internationaler Bergbau- und Montanhistorikworkshop (IBMW) einmal im Jahr ein Prunkstück für alle am Bergbau Interessierten an. Die Reihe ist offen für Fachleute, im Bergbau Tätige wie für Laien. Sie wandert durch Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien und beehrt dabei sämtliche Bergbauregionen. Nach Clausthal-Zellerfeld in 2004 und St. Andreasberg in 1998 und 2010 hat das Netzwerk das Weltkulturerbe Rammeisberg für die 25. Ausgabe auserkoren, um zentraler Stützpunkt im Welterbe im Harz zu sein. Veranstaltungspartner ist Förderverein Rammeisberg. „Das Silberne Jubiläum am Berg zu feiern, das passt ja wunderbar“, freut sich Vereinschefin Renate Rehm. Schließlich soll hier der Sage nach eine Silberader der Ursprung des Bergbaus gewesen sein, erstmals freigelegt durch das Hufescharren vom Pferd des Ritter Ramm. Ohne Salzgitter Flachstahl als Sponsor wäre dieser Workshop nicht durchführbar“, geht ein fünftägiges Programm mit Ausflügen bis zu den Felswerken im Tagebau bei Elbingerode auch ganz schön ins Geld. Am Ende kommt vermutlich ein Kostenbetrag zwischen 70 und 80 Euro pro Teilnehmer her aus, wobei die Kalkulation noch läuft. Bis zu 1 70 Teilnehmer werden erwartet, wobei die Anmeldung erst ab Juni möglich ist. „Der Welterbetitel zieht ja auf jeden Fall“, ist sich Rehm sicher. Natürlich stehen auch die Rammelsberger Bergeschachtstrecke, die Schiefermühle, Rathstiefster Stollen und Schroeder-Stollen auf dem Programm sowie Besichtigungen in anderen Harzer Bergbaustätten. Dr. Klaus Stedingk ist IBMW-Mitglied aus Goslar. „Ein zentrales Ziel des Workshops lautet immer: Die Region stellt sich vor.“ Das Motto lautet dieses Mal: „Weltkulturerbe Harz: Gestern-Heute-Morgen“. Es treffen sich Fachleute und montanhistorisch interessierte Personen aus Deutschland, Österreich, Italien, Tschechien und Frankreich. Auch Industriebetriebe gewähren Ihnen seltene Einblicke, Vorträge spannen den Bogen weit auf mit Themen wie Metalle in der Pharmazie, Umweltfolgen der montanen Waldnutzung im Harz, Fledermausschutz und Zwangsarbeit im Bergbau, Zink-Recycling und Erzschifffahrt. Renate Rehm ist froh, dass die Jubiläumsausgabe auf die Unterstützung der Region bauen kann, „Wenn Clausthal nicht so toll mitgezogen hätte, wäre nichts draus geworden“, scheint der gemeinsame Welterbetitel das Zusammengehörigkeitsgefühl im museal präsentierten Bergbau gefördert zu haben. Dr. Johannes Großewinkelmann, Hausherr am Rammelsberg: „Vom Thema her und von den Leuten, für die wir dabei Gastgeber sind, ist es völlig logisch, dass wir dafür Günes Licht gegeben haben. Unser Ort definiert das Thema und das ist gut so. Denn die fünf Tage machen den Rammelsberg in der internationalen Szene noch bekannter. Außer dem bringt das Netzwerk zu je der Ausgabe einen Tagungsband heraus. „Wir rechnen mit 250 Seite“ sagt Dr. Stedingk. Alle Einzelheiten zum Programm finden Sie auf www.montanhistorik.de. Dort wird ab Juni auch die Anmeldung möglich sein.
Bekannt sind von Ahrends Betriebsbeschreibung zwei handschriftliche Exemplare. Das erste ist mit 1853 datiert (siehe Abbildung 4). Seine Wiederveröffentlichung steht im Mittelpunkt dieses Jahresgabenheftes. Es hat die Aufschrift „für die Bergamtsbibliothek“ und befand sich bis 2016 in der Sammlung von Heinrich Stöcker, die nach seinem Tode aufgelöst wurde (siehe Titelblatt). Parallel zu dem Bergamtsexemplar hat Ahrend offensichtlich einen Bericht gleichen Namens für das Archiv des Hüttenamts in Oker schreiben lassen. Dort wurde es 1931 von Wilhelm Bornhardt im Zusammenhang mit seinen historischen Recherchen eingesehen. Der Standort dieses Exemplars ist heute nicht mehr bekannt.
Unser Förderverein hat dieses Jahr von der Goslarer Künstlerin Monika K. Jain das Aquarell „Schicksalsberg Rammelsberg“ für unser Museum erworben (s. Titelbild auf der äußeren Umschlagseite). Das Bild zeigt eine sommerliche Impression, wie sie die Künstlerin beim Blick aus einem der Fenster des Goslarer Schuhhofes empfunden hat. Zu sehen sind die umliegenden Dächer, die Marktkirche und im Hintergrund der Rammelsberg.
2011/12 war schon einmal die (Erz-) Suche und Erkundung am Rammelsberg und in seiner Umgebung Thema einer Jahresgabe. Darin spielte die Geschichte des Haus Schulenburger Suchorts allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Mittlerweile ist dieser Stollen in den Mittelpunkt unserer Vereinsarbeit gerückt. Bei seiner Wiederaufwältigung wurden viele neue Erkenntnisse gewonnen. Deshalb war es naheliegend, diesen Stollen gesondert zum diesjährigen Thema der Jahresgabe zu machen.
Die Gründungsmitglieder unseres Harzer Knappenvereins (HKV) haben 1964 bei der Wahl des Vereinsnamens ihre Offenheit für alle Harzer Bergleute signalisiert und sich der seit Jahrhunderten gebräuchlichen Bezeichnung Knappen besonnen. Darunter wurden seit alters her die einfachen Bergleute verstanden, die unter Aufsicht arbeiteten und keinen Grubenbesitz hatten. Die Aufsicht führten Steiger. Sie gehörten wie die Knappen nicht zu den Grubeneigentümern.
Die Rammelsberger Aufbereitungsanlage bildet optisch den Mittelpunkt des Erzbergwerks Rammelsberg. Zu ihr gehört der größte Teil der Tagesanlagen. Ihre markante Form ist zum Logo unseres Museums und zum Markenzeichen des UNESCO-Welterbes Erzbergwerk Rammelsberg, Altstadt Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft geworden.
Seit längerer Zeit bildeten sich Schäden im Mauerwerk der für den Besucherverkehr benutzten Strecken. Ihre Ursache war zum einen Frosteinwirkung durch im Winter einziehende kalte Wetter, zum anderen Druckeinwirkung durch Gebirgsbewegungen. Da sich unter unseren Mitarbeitern ein erfahrener Maurer befand, bat man uns, erste vordringliche Sanierungsarbeiten zur Wiederherstellung der Sicherheit durchzuführen, bis das Museum eine großangelegte Ausbesserung durch eine Fachfirma beauftragen konnte. Die von uns durchgeführten Arbeiten umfassten
den Austausch defekter Ziegel und Füllung offener Fugen im Bereich der vorderen Tagesförderstrecke
den Abriß und Neubau eines gerissenen Mauersegmentes im Lokschuppen der Richtschachtausstellung
die Ausfüllung offener Fugen im Bereich des Roederstolleneingangs
Im Jahr 2012 wurde dann die Fa. Feldhaus vom Museum mit der Generalsanierung des Mauerwerks in der vorderen Tagesförderstrecke beauftragt.
Neu errichtetes Mauersegment im Lockschuppen unter Tage (Besucherbereich)